29 | 02 | 2020

Tage religiöser Orientierung der Q-Phase des Spee-Kollegs im Haus Altenberg (15.-17.01.2020)

Am Mittwochmorgen machten sich 22 Studierende der Q-Phase des Friedrich-Spee-Kollegs zusammen mit Schulpfarrer Guido Dalhaus und Herrn Brosch und Frau Ansorge auf den Weg zur Jugendbildungsstätte Haus Altenberg.
Am Mittwochmorgen machten sich 22 Studierende der Q-Phase des Friedrich-Spee-Kollegs zusammen mit Schulpfarrer Guido Dalhaus und Herrn Brosch und Frau Ansorge auf den Weg zur Jugendbildungsstätte Haus Altenberg. Da die Polizei auf Grund eines Unfalls die Zufahrt zur Jugendbildungsstätte weiträumig abgesperrt hatte, dauerte die Anfahrt länger als erwartet. Wenn auch mit Verzögerung kamen schließlich alle gut in Altenberg an.Die gesamte Gruppe wurde zunächst zu den gemeinsamen Tagen religiöser Orientierung in Altenberg von Pfarrer Dalhaus, Frau Ansorge und Herrn Brosch begrüßt. In einer ersten Einheit wurden die Studierenden eingeladen, sich mit ihrer eigenen Biographie zu beschäftigen und auch der Frage nachzugehen, ob und wie Gott in ihrem Leben eine Rolle spielt. In der anschließenden Vorstellungs- und Präsentationrunde zeigte sich eine beeindruckende Vielfalt von Lebenswegen und Erfahrungen.Ab dem Nachmittag fand die weitere Arbeit in Kleingruppen statt. In einer Spiegelmeditation beschäftigte sich jeder näher mit der eigenen Person. Eigene Stärken und Schwächen wurden in den Blick genommen, und in der vertraulichen Atmosphäre der Kleingruppen lernten die Teilnehmenden nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen besser kennen.Am nächsten Tag traf sich die Gesamtgruppe, um gemeinsam den Science-Fiction-Film „Gattaca“ anzuschauen. Der Film spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in welcher der Retortenmensch Wirklichkeit geworden und die Gesellschaft – erneut – in zwei Klassen gespalten ist. Der genetischen Elite der in vitro gezeugten und selektierten Menschen steht die Unterschicht der nicht genetisch optimierten Menschen gegenüber. Die „Gotteskinder“ – ein Begriff für natürlich gezeugte Menschen -, gehören zu den sogenannten Invaliden, weil sie den Kriterien der Konzerne und der Gesellschaft nicht genügen. Ihr genetisches Material reicht für so gut wie keinen Job. Keine Krankenkasse kann es sich leisten, diese Menschen zu versichern, kein Arbeitgeber, sie anzustellen. Der in dem Film thematisiert Versuch der Menschheit, besser zu sein als Gott, führt zu der Frage nach den ethischen Konsequenzen. Wenn man den perfekten Menschen erschaffen kann, bleiben immer auch wenige perfekte übrige, mit der Konsequenz einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Anstöße des Films führten nachmittags zu einem regen Austausch. In der Vertraulichkeit der Kleingruppen wurden im weiteren Verlauf die Frage nach der eigenen Identität und die Frage nach Gott vertieft.Nach den ernsteren Themen des Tages hatte die inzwischen sehr zusammengewachsene Gruppe abends viel Spaß. Gemeinsame Spiele ließen die Zeit schnell vergehen und keine Langeweile aufkommen. Am letzten Tag mündeten die gemeinsam gemachten Erfahrungen der letzten Tage in der Gottesdienstfeier in der Hauskapelle. In einer sehr dichten Atmosphäre wurde gesungen und gebetet und die in den Gruppen vorbereiteten Fürbitten vorgetragen. In seiner Ansprache legte Pfarrer Dalhaus die Geschichte von einem Rabbi und einem jungen Mann, der sein Schüler werden wollte, aus. Der Rabbi formuliert als Bedingung die Beantwortung der Frage: „Liebst du Gott?“ Nach verschiedenen ausweichenden Antworten des jungen Mannes fragt der Rabbi schließlich: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast du dann Sehnsucht, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?” In dieser so persönlichen Frage verdichteten sich die Fragen und Gedanken, mit denen sich die Gruppen in den vorhergehenden Tagen beschäftigt hatten.Nach dem Mittagessen am Freitag fanden sich die Studierenden zusammen mit Pfarrer Dalhaus, Herrn Brosch und Frau Ansorge noch einmal in der Gesamtgruppe zusammen. In ihrem Feedback machten die Studierenden deutlich, dass sie die Zeit für sich selbst und mit den anderen als sehr bereichernd empfunden haben, verbunden mit dem Wunsch nach der Wiederholung einer solchen Fahrt, damit auch andere Studierende solche positive Erfahrungen machen können.

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