20 | 08 | 2019

Suchtprävention – Ein Vortrag von Michael Weege - Leitung für Prävention der Caritas Neuss.

Am letzten Mittwoch den 5.6.19 hatten die Studierenden und das Kollegium die Möglichkeit etwas über die Entstehung von Sucht und deren Prävention zu erfahren.

Michael Weege, der selbst sein Abitur am Spee gemacht hat, gab uns einen lebhaften Einblick in seine Arbeit. Weege war dabei besonders wichtig sein Publikum dafür zu sensibilisieren, dass eine Suchterkrankung den Wert eines Menschen nicht vermindert. Man dürfe Suchterkrankte in keiner Weise pauschalisieren, da der Suchtmittelkonsum für die Betroffenen eine kompetente Lösungsstrategie mit Folgewirkungen darstelle.

Ein großes Problem unserer Gesellschaft sei nach wie vor, dass eine Suchterkrankung eine Tabuerkrankung sei. Über Suchterkrankung zu sprechen, sei der erste wichtige Schritt auf dem Wege der Besserung, jedoch müsse sich jeder Suchterkrankte aktiv für diesen Schritt entscheiden, da eine mögliche Therapie sonst kaum erfolgreich sein könne.

Michael Weege weiß wovon er Spricht. Seit 16 Jahren schon bildet die Caritas Neuss mit ihrer Abteilung der Suchtkrankenhilfe einen Ansprechpartner für Suchterkrankte, nicht nur für den Konsum von Cannabis, auch die Glückspiel- oder Alkoholsucht wird unter anderem in Neuss behandelt.

Besonders eindrucksvoll schilderte Weege die Entstehung von Sucht. Egal in welchem Bereich, Suchtentwicklung ist immer prozesshaft und entwickelt dabei eine stark individuelle Dynamik. Durch sich wiederholenden Konsum werden bestimmte neuronale Verbindungen immer mehr gefestigt und dies führt zu einer Suchterkrankung. Oft sei nach Weege die Abstinenz des Suchtmittels die einzige Möglichkeit einer Heilung, da die neuronale Verbindung nicht mehr „gelöscht“ nur „überschrieben“ werden könne.

Die Studierenden und das Kollegium hatten während des Vortrages die Möglichkeit Fragen zu stellen, sodass sich ein interessanter Austausch über die Legalisierung von Cannabis, Onlinespielsucht und die Verantwortung des Staates bei Minderjährigen entwickelte.

Die Schulleitung, das Kollegium und die Studierenden des Spee-Kollegs danken Herrn Weege für seinen spannenden Vortrag.

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