20 | 08 | 2019

Zwischen Shakespeare, dem Supraleiter und "Sound-Brass" – Intermezzo: Das Winterfest am "Spee"

Beim traditionellen Winterfest am „Spee“ wurde neben dem gemütlichen Beisammensein in Kaffeehaus-Atmosphäre wieder ein abwechslungsreiches Programm angeboten.

17. Januar 2019, Daniela Parpart

Zum dritten Mal fand am Samstag, den 16. Februar 2019 das Winterfest des Friedrich-Spee Kollegs wieder unter dem Motto „Intermezzo“ statt. In gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre trafen sich auch in diesem Jahr wieder Studierende, Ehemalige und das Kollegium zu einem Beisammensein in unserem Atrium. So schlug einem beim Betreten der Schule bereits pünktlich um 17 Uhr der verführerische Duft von frisch-aufgebrühtem Kaffee und selbstgebackenen Köstlichkeiten entgegen, während man den Klängen von Dr. Grote, als Mann am Klavier, lauschen durfte, der wieder für die musikalische Untermalung sorgte. Durch das in diesem Jahr besonders vielseitige Programm führte Frau Alfter, als Leiterin der Theater-AG.

Schon der erste Programmpunkt mit dem kryptisch anmutenden Titel Aleatorische Kunst mit Fraktalen versprach ein absolutes Highlight zu werden. Vorgestellt wurde das faszinierende Projekt, das der Zusammenarbeit von unserem Physiklehrer, Herrn Dr. Hagel und unserer neuen Kunstkollegin, Barbara Althoff, entsprungen ist. Dabei stellten die beiden unter Beweis, dass ihre Fächer, die auf den ersten Blick rein gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, doch eine Verbindung haben, indem sie zufällig vom Computer ermittelte künstliche Gebilde und geometrische Muster (sogenannte Fraktale) präsentierten.

Von der Physik ging es dann direkt weiter zur Chemie. Dort tauchte unser Urgestein der Stofflehre, Helmut Wagener, bei seinem Versuch Supraleiter verschiedene Objekte, wie Luftballons oder Blumen in mithilfe negativer Temperaturen verflüssigten Stickstoff, die dort binnen Sekunden festfroren und mit einem Hammer zerschlagen werden konnten, was bei den Studierenden und ihren Angehörigen für große Heiterkeit sorgte.

Doch nicht nur unsere Kollegen, sondern natürlich auch die Studierenden hatten einiges für den Abend vorbereitet. Der erste Studierenden-Beitrag unseres Winterfests kam von Viola Julia von Hoesslin (Q2.2), die einen Monolog aus William Shakespeare’s Was ihr wollt (engl. Twelfth Night) mitreißend präsentierte. In der Komödie sorgt Frau von Hoesslins Namensvetterin, Viola, für „Gender Trouble“, weil sie am Hofe Illystriens als Knabe verkleidet, der Gräfin Olivia den Kopf verdreht.

Nach dieser tragisch-komischen Darstellung wurde es gruselig, als Bianca Bach, Studierende der Q1.1, Ausschnitte aus den literarischen Werken „Hexen hexen“ von Roald Dahl und Bram Stoker’s „Dracula“ fesselnd vortrug und dabei mit einem Repertoire an verschieden Dialekten und Stimmlagen beeindruckte. 

Neben den Naturwissenschaften, der Kunst und der Literatur durfte an einem solchen Abend auch die Musik selbstverständlich nicht fehlen. So stellte das Konzert der Band Sound-Brass unter Mitwirkung unseres Studierenden Michael Neukirchen (Q1.1) den absoluten Höhepunkt des Abends dar. Unter der Leitung von Ralf Beckers, der seit vielen Jahren als Musiklehrer an der Musikschule der Stadt Neuss tätig ist, spielte das aus 18 Personen bestehende Orchester verschiedene Stücke. Von der Heroic Fanfare (komponiert von Paul Murtha zum Gedenken an den 11. September) über ABBA’s Thank you for the Music bis zum Radetzky-Marsch (komponiert von Johann Strauss) beeindruckende das Ensemble mit einem ebenso vielseitigen wie virtuosen Auftritt und erntete am Ende die wohlverdienten standing ovations.

Doch so toll das Programm auch war, die persönliche Begegnung mit den Studierenden abseits des Unterrichts und das Wiedersehen mit vielen ehemaligen Studierenden waren mindestens ebenso schön. Besonders gefreut haben wir uns über zehn ehemalige Studierende des Abiturjahrgangs 1978, die nach mehr als 40 Jahren noch einmal den Weg in unser Kolleg gefunden und gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt  haben.

Es bleibt nur zu sagen, dass es – vor allem aufgrund des Einsatzes des Hauptorganisators Andreas Backes – wieder einmal ein rundum gelungener Abend war. Wir freuen uns schon auf das nächste Sommerfest!

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