18 | 07 | 2019

Die Fastenimpulse im Sommersemester 2019 - Das MISEREOR-Hungertuch: "Mensch, wo bist du?"

Seit mehr als dreißig Jahren sind die Misereor-Hungertücher zentraler Bestandteil der Fastenaktionen der katholischen Kirche. Auch in diesem Jahr steht das Hungertuch wieder im Zentrum unserer Impulse zur Fastenzeit.

Meditation - Der erste Fastenimpuls

von Daniela Parpart, 11. März 2019

 

An diesem Montag, den 11.03.2019 fand der erste Impuls zur Fastenzeit in unserem Atrium statt, bei dem auch das aktuelle Hungertuch, gestaltet vom norddeutschen Künstler Uwe Appold, vorgestellt wurde. Uwe Appold, hat für sein Kunstwerk den Titel "Mensch, wo bist du?" gewählt, der auf die Frage, die Gott Adam und Eva gestellt hat, als er sie nach dem Sündenfall im Paradies suchte. Auch heute ist diese Frage noch von tragender Bedeutung, denn sie fragt nach der individuellen Verantwortung der Menschen, für sich selbst, wie für andere. Versucht man einmal diese Frage für sich selbst zu beantworten, kommt man nicht umhin, in sich selbst hineinzuhören: Was mache ich gegen die Zerstörung der Schöpfung, die Ungerechtigkeit und die soziale Not?, so Appold. Auch wir als Schulgemeinde sollten uns, gerade jetzt in der Fastenzeit, die Frage stellen, welcher Verantwortung wir uns stellen sollten und uns bewusst machen, "dass wir als Menschen Verantwortung für die Welt haben, ob wir Christen sind oder nicht."

Mensch wo bist du? - Das ist die Themenfrage von Misereor für die diesjährige Fastenzeit.

von Philipp Brosch, 18.03.2019

 

Die Frage, die ich für die Fastenzeit an uns stellen möchte ist: Wo sind wir??

Auf dem Misereor Hungertuch 2019 steht ein Leuchtfeuer auf einer Landzunge. Leuchttürme weisen den von See kommenden Schiffen den Weg zur Hafeneinfahrt oder auf gefährliche Untiefen hin. Der Name jedes Feuers wird durch sein regelmäßig wiederkehrendes Licht, seine Kennung deutlich. Außerdem sehen die Seefahrer das Licht beim Vorbeifahren mit unterschiedlichen Farben und werden so auf Hindernisse oder Untiefen aufmerksam.

Der Leuchtturm auf dem Hungertuch steht mit großer Strahlkraft auf einer Halbinsel mit Erde aus dem Garten Gethsemane. Dort rang Jesus im Gebet um den entscheidenden Schritt in seinem Leben. In einer halben Stunde konnte er von hier aus in der Nacht unerkannt den Herrschaftsbereich von Herodes verlassen. Wie soll er sich angesichts von Leben und Tod entscheiden?

Auch auf dem Hungertuch stehen die von See Kommenden vor einer Entscheidung: Sollen sie rechts oder links an der Landzunge vorbeifahren? Nach der Zeit auf See, wo sie sich bei gutem Wetter an den Sternen orientieren, die auf Grund der Erddrehung scheinbar ständig in Bewegung sind, geben die Leuchtfeuer an der Küste direkte Hinweise auf Hafeneinfahrten oder Hindernisse auf dem Weg.

Sie sind alle durch den Rhythmus ihres Lichtes erkennbar, das in langen und in kurzen Abständen aufleuchtet und Morsezeichen ähnlich auf ihren Standort hinweist. Diese Kennung wird auf den Seekarten unter den Leuchtfeuern eingetragen.

Auf dem Hungertuch ist unter dem goldenen Feuerkreis ebenfalls eine Kennung eingetragen, beginnend links mit einem roten Kreuz bis zum Christuszeichen ganz rechts. Will das ankommende Schiff die Halbinsel backbord oder steuerbord liegen lassen? Welcher Hafen soll angesteuert werden?

Wollen wir uns auf dem Weg zum Fest der Auferstehung mit Christus mehr auf den alltäglichen Straßen bewegen oder uns in Zeiten der Stille auf den oft unverständlichen ewig unter uns anwesenden Gott einlassen?

In der aktuellen Fastenzeit können wir uns fragen: Wo stehen wir? Und jeder von uns für sich. Welchen Hafen will ich ansteuern? Welches Ziel habe ich? Von welchen Leuchttürmen und Signalen lasse ich mich dabei leiten, um Hindernisse oder Untiefen sicher zu umgehen?

Ich wünsche uns allen auf unserem Weg und auch in diese Woche ein gutes und sicheres Geleit.

Ich bitte Sie nun aufzustehen um gemeinsam das „Vater unser“ zu Beten.

Es segne uns der allmächtige Gott. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Der dritte Fastenimpuls: Basta! Jugend, mach was draus!

von Daniela Parpart

 

In El Salvador sagt man: „Es ist ein Delikt, Kind zu sein.“

 

Diesmal begann der Montagmorgen mit Mediationsmusik von Andreas Wolter zum Misereor Hungertuch 2019. Das Musikstück sollte als Einstimmung auf das Thema „Basta! Jugend, mach was draus!" dienen. Denn bei der Misereor Fastenaktion 2019 stehen Kinder und Jugendliche in El Salvador im Fokus.

El Salvador. Das ist ein kleines Land in Mittelamerika, das als das gefährlichste Land der Welt gilt. So wird das tägliche Leben dort von Bandenkriegen, Dogenkriminalität, Mord und Armut dominiert. Am Beispiel der Geschichte des 15jährigen Alex Pérez, der unschuldig Opfer der Bandenkriege wurde, wurde deutlich, dass es gerade in El Salvador wichtig ist, Kindern und Jugendlichen eine Perspektive fernab vom kriminellen Milieu zu bieten und genau das hat sich Misereor bei der diesjährigen Fastenaktion zum Ziel gemacht.

Auch wir sollten uns Fragen, was wir tun können, um Kindern und Jugendlichen, die in Not geraten oder vom rechten Weg abgekommen sind, zu helfen, ob in El Salvador oder hier bei uns ins Deutschland.

Der vierte Fastenimpuls: Ach, vergeblich das Fahren

von Daniela Parpart, 02.04.2019

 

Klassische Musik erklang am Montagmorgen, den 01. April 2019 in unserem Atrium, um zum vierten Fastenimpuls einzuladen. In den Tagen vor dem Osterfest geht es darum, auf Dinge, die einem wichtig sind, seien es Süßigkeiten oder auch das Handy einmal zu verzichten, und damit auch zu hinterfragen, ob diese Dinge wirklich so zentral für das eigene Leben sind, wie man glaubt. In Anlehnung an Gottfried Benns Gedicht „Reisen“, in der das lyrische Ich, auf der Suche nach sich selbst auf Reisen geht, wurde deutlich, dass zu sich selbst finden nur in der Stille und im Inne halten, möglich ist.

Der fünfte Fastenimpuls – Auf dem Weg des Gekreuzigten

 von Daniela Parpart, 09. Februar 2019

 

Der letzte Impuls zur Vorbereitung auf das nahende Osterfest stand unter dem Thema "Auf dem Weg des Gekreuzigten". Aber was heißt das eigentlich: Weg des Gekreuzigten oder Kreuzweg? Der Kreuzweg zeigt den Leidensweg Jesu von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zu seiner Kreuzigung und Grablegung. Er bezeichnet einen Wallfahrtsweg, der den Leidensweg Jesu Christi zumeist in 14 einzelnen, bebilderten Stationen darstellt. Diesen folgt der Beter und geht damit also den Kreuzweg. Auf dem Weg von der Verurteilung zur Kreuzigung zeigt eine Station Jesus mit dem Kreuz auf seinen Schultern. Er trifft auf Simon von Cyrene, der ihm hilft, sein Kreuz zu tragen.

Im heutigen Impuls sollte der Blick genau auf diese Kreuzwegstation gelenkt werden: Auf das Treffen von Jesus und Simon von Cyrene. Das bereitliegende Bild von Sieger Köder, das Jesus und Simon von Cyrene zeigt, diente dazu als Gedankenanstoß. Im Anschluss daran, wurden die Gedanken des Jesuiten Theo Schmidtkonz vorgetragen, der seine Vision von "Fremd und ganz nah" in diesen teilt. Er wünscht sich eine "geschwisterliche Welt von morgen", in der keiner "sein Kreuz" alleine trägt und keiner "den Fremden verachtet", sondern jeder den anderen so annimmt, wie er ist.

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