31 | 05 | 2020

"40 Tage anders leben" - Fastenimpulse 2020

Am Dienstag, den 3.3.2020 begannen die Fastenimpulse im Atrium des Spee-Kollegs

Fastenimpuls 1 - Fastenzeit - heute noch aktuell?

von Thomas Schindler

 

Der erste Fastenimpuls wurde von Thomas Schindler vorbereitet. Er stand unter dem Thema "Fastenzeit - Heute noch aktuell?" Dabei ging es um den Charakter der Fastenzeit als österliche Bußzeit und die Auseinandersetzung mit Sünde und Buße. Dies zeige sich vor allem in der Beziehungsarbeit - Beziehung zu sich selbst zu anderen und zu Gott. Sünde zerstört Beziehungen in diesem Dreiergeflecht. Buße kann als eine Reflektion über meine Beziehungen angesehen werden. Vielleicht kann die österliche Bußzeit einmal zur Beziehungsarbeit genutzt werden - es lohnt sich!

Fastenimpuls 2 - Unser Umgang mit der Zeit

Thema des zweiten Fastenimpulses, der diesmal von Claudia Linden abgehalten wurde, war unser Umgang mit der Zeit.

Mit dieser Thematik haben sich die Menschen schon immer beschäftigt. So schrieb der römische Philosoph Seneca bereits vor 2000 Jahren:

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Auch im christlichen Verständnis der Zeit, ist keine Minute beliebig. Die Zeit ist eine geschenkte Zeit auf Erden, die jedoch auf das ewige Leben ausgerichtet ist und nicht mit dem Tod ihr Ende findet.

In der gerade anstehenden Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag geht es darum, zur Ruhe zu kommen und das Leben zu entschleunigen. Wir sollen die Möglichkeit bekommen, über unser einiges Leben nachzudenken.

Es stellt sich die Frage, was wir eigentlich unter unserer Zeit verstehen?

Verstehe ich unter meiner Zeit lediglich als Anhäufung von Termin, Unterricht oder Arbeit?  Die familiären Verpflichtungen mit Kindern oder Eltern? Die Vorbereitungen für den nächsten Schultag? 

Hier geht es um Zeit, die davon gefüllt ist, Ansprüche und Erwartungen, die andere an mich haben, zu erfüllen. Dadurch werden wir zu Sklaven unserer Zeit.

Daneben gibt es aber auch ein anderes Verständnis von Zeit. Die gute, die angenehme Zeit, der Augenblick, in dem wir ganz da sind. Das ist die Zeit, die uns gehört und die wir einfach genießen können. 

Wer die Zeit so wahrnimmt, fühlt sich nicht zerrissen. Der kann in Beziehung zu dem, was er tut, Sinn erfahren.

Was kann dies heute für uns am Kolleg bedeuten?

Wir können die Zeit, die wir hier am Kolleg haben, ganz bewusst für uns zu nutzen. Uns für Dinge interessieren und versuchen, uns auch in spiritueller Hinsicht, sei es bei den Impulsen oder im Gottesdienst, zu öffnen.

Wir können einmal auf das Handy verzichten und uns Zeit für eine unmittelbare Begegnung mit anderen zu nehmen. Ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte haben und ihnen Wertschätzung entgegenzubringen. Dies ist das, was für eine gute Zeit entscheidend ist.

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